Der Traum vom Auswandern – und wie es wirklich ist

Es klingt wie aus einem Film. Sachen verkaufen, Koffer packen, in die Freiheit ziehen. Wer möchte das nicht? Den Alltagsstress hinter sich lassen, endlich so leben, wie man es sich immer erträumt hatte. Nun, ganz so ist es leider doch nicht…

Auch anderswo gibt es einen Alltag.

Reisen ist nicht auswandern – und selbst digitale Nomaden haben einen Laptop und 2DoListen, Deadlines, und Verpflichtungen. Bevor man wirklich den Schritt zum Auswandern wagt, sollte man sich genau fragen, warum man auswandern möchte. Auch, wenn sich nicht immer alles planen lässt, ist es doch ganz sinnvoll, sich wenigstens einige Gedanken darüber zu machen, welche Szenarien man sich vorstellen könnte. Oder, vielleicht anders ausgedrückt: einen Weg zu haben, den man gerne verfolgen, und für welchen man gerne arbeiten möchte. Klar, der Bürostress ist sicherlich in jedem Land etwas anders, je nach Arbeitskultur und Kontext. Doch Büro bleibt Büro. Wenn das eher nichts für dich ist, dann ist es sinnvoll, einen Plan oder eine ungefähre Ideen für Alternativen zu haben. Bereite dich so gut es geht vor, bevor du wirklich losziehst.

Nicht alles lässt sich vergleichen.

Wenn du in Deutschland aufgewachsen bist, und dich auch hauptsächlich dort aufgehalten hast, dann kann ein Kulturschock ziemlich stark sein. Nicht überall funktioniert alles so reibungslos wie in Deutschland. Löse dich von Erwartungen, denn dann wird jede neue Erfahrung nur einen bitteren Beigeschmack mit sich bringen – das muss nicht sein. Sei offen, sei neugierig, sei darauf vorbereitet, dass es “normal” nicht gibt. Und löse dich auch von sämtlichen Maßstäben und Vergleichen. Nicht alles lässt, und sollte sich, vergleichen. Damit stellenwir unserem Glück nur Steine in den Weg.

Die Welt liegt dir nicht zu Füßen.

Auch wenn es dir oft gesagt wurde – nein, die Welt liegt dir nicht zu Füßen. Ganz im Gegenteil. Ich glaube fest daran, dass wir alle mit einer Aufgabe geboren wurden, und unser Platz auf der Erde nicht nur durch Nehmen und Ansprüche stellen besteht. Wir sind hier, um zu Geben. Wenn du als Besucher*in in einem anderen Land, und in einer anderen Kultur bist, dann wird dein Umfeld sich nicht so gestalten, wie du es in Deutschland gewohnt warst. Mehr noch, dann hast du eine große Verantwortung, respektvoll mit der Kultur umzugehen, in welche dir Einblicke gewährt werden. Das ist ein großes Geschenk, vergiss das nie!

Nicht immer alles Strand und Kokosnuss

Ich werde mir mit folgendem Satz vielleicht nicht viele Freunde machen, doch aber meine ehrliche Meinung gesagt haben. Auswandern ist für mich nicht (mehr) in ein anderes Land der Europäischen Union zu ziehen. Auswandern ist für mich, die sichere Blase der EU zu verlassen, und einmal das Leben aus einer wirklich anderen Perspektive zu betrachten. Außenseiter*in sein. Privilegien erkennen und spüren. Das ganze Spektrum des Lebens beobachten, die freudigen und die traurigen Seiten. Zu sehen, dass harte Arbeit nicht immer belohnt wird. Dass gute Menschen nicht immer das bekommen, was sie verdient hätten. Der rohen Version des Lebens ins Angesicht zu sehen und dabei nicht verzweifeln, sondern stärker und mutiger werden.
Und auch – sich faszinieren lassen, von anderen Geschichten, die nichts mit dem Europäischen Kontinent zu tun haben. Erleben, wie es ist, eine Kolonialgeschichte hinter sich zu haben, in welcher man nicht eroberte, sondern erobert wurde. Erfahren, was die Menschen über Europa denken, wenn sie noch nie dort gewesen sind. Das alles ist unglaublich bereichernd und wird dich wachsen lassen!

Höre auf deine Intuition!

Es klingt nach einem Cliché, doch letzen Endes ist etwas dran – höre auf deine innere Stimme. Wenn dich etwas fortzieht, wenn du weißt, und es spürst, dass Auswandern in dieses Land, das dich so fasziniert, der richtige Weg ist, dann lass dir nicht von anderen einreden, dass du es nicht tun solltest. Denke immer daran – was ist das Schlimmste, das passieren kann? Wenn das Schlimmste ist, dass du wieder zurück nach Deutschland gehen musst, nun, dann ist es vielleicht wirklich nicht so schlimm …
Trau dich. Nimm der Entscheidung ihre Größe. Schritt für Schritt. Bereite dich vor. Informiere dich über Papiere. Streng dich an, und zeig, selbst den Beamten auf dem Amt für Migration, dass du das wirklich willst. Wie Paulo Coehlo sagte: Wenn du etwas wirklich möchtest, dann wird das Universum alles tun, damit es zu dir kommt. In diesem Sinne – auf in das Abenteuer!
Ich habe es bis heute kein einziges Mal bereut.

Du hast eine Frage? Schreibe mir gerne: contact.ariane.vera@gmail.com
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Instagram – @arianeveramusic
Facebook – Ariane Vera

Photo by Dino Reichmuth on Unsplash

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