Minimalismus – jenseits von weiß und steril?

Ich habe mich mit dem Minimalismus beschäftigt. Ich habe den Hashtag auf den Sozialen Medien verfolgt, und einigen Influencern dabei zugesehen, wie sie in ihrer neu ausgestatteten Wohnung plötzlich von Minimalismus sprachen.

Genau genommen, habe ich bei Diana zur Löwen in die Story geschaut – ihr Stapel mit den auszumistenden Kleidern so groß, dass er alle Kleidung, die ich besitze, weitaus übertraf. Dann starrte sie in die Handykamera und sprach von Minimalismus. Und ich musste lachen.

Minimalismus ist eine Haltung

Minimalismus in weiß und steril finde ich, um es ganz salopp auszudrücken, anstrengend. Eine riesengroße Illusion. Ein Privileg. Vielleicht eine Gegenschraube zum ewigen Konsumieren, und als solche, einigermaßen nachzuvollziehen. Das macht es allerdings nicht besser.

Hand aufs Herz. Minimalismus ist doch keine Inneneinrichtung. Minimalismus ist eine innere Einstellung. Eine Haltung. Ein Verzicht, der sich nicht wie ein Verzicht anfühlt. Zufriedenheit. Innere Ruhe. Die Erkenntnis darüber, dass das Glück nicht in Objekten und Inneneinrichtungen aus dem Katalog zu finden ist.

Es geht nicht darum, den Kleiderschrank auf 30 Teile zu reduzieren, weil das Internet es so vorgeschrieben hat. Es geht darum, die eigenen Bedürfnisse kennen zu lernen, die eigenen Ansätze zu hinterfragen, und zu erkennen, was man wirklich möchte und braucht. Und auch, was nicht – all jenes, was einem stets von außen als notwendig reflektiert wird, und doch gar nicht so das Eigene ist.

Back to basics

Es ist wie mit der Yoga – Kleidung. Man brauch keine teure Yoga – Kleidung, um ordentlich Yoga zu machen. Man brauch nur etwas, was bequem ist. Es muss noch nicht einmal mehr schick oder “trendy” sein – es muss einfach nur beim Rumturnen nicht in Stücke reissen.

Minimalismus ist eben nicht, alles Alte wegzuschmeißen, um neue Dinge im “minimalistischen Stil” einzukaufen. Das ist kein Minimalismus. Das ist ein neuer Einrichtungsstil, der ebenso viel mit Konsum zu tun hat, wie alle anderen auch.

Ich verteufle den Konsum per se nicht, wirklich nicht. Er ist viel zu komplex, als dass ich mich dazu äußern und wirklich Seite beziehen könnte. Ich finde es nur ganz und gar nicht authentisch, wenn Minimalismus als oberflächliches Aushängeschild benutzt wird. Und wenn man mir in einer makellos inszenierten Influencer-Welt sprichwörtlich weiß machen möchte, was Minimalismus ist, dann kann ich das einfach nicht ganz ernst nehmen.

Was dann…?

Ich möchte einen Minimalismus sehen, der keinen Druck ausübt. Der mich nicht schlecht fühlen lässt, weil ich nicht die Topfpflanze auf das weiße Regal gestellt habe. Ich möchte einen Minimalismus, der zum Hinterfragen anregt. Einen, der ermutigt. Einen, der zuspricht, auf die eigenen Stimme zu hören, und sich von Erwartungen und Vorstellungen zu lösen. Einen Minimalismus, der kreativ ist. Einen Minimalismus, der ein Ausdruck des Charakters und der Persönlichkeit ist, und unterschiedlich aussehen darf, auch kunterbunt – nicht nur weiß und steril.

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Photo: Photo by Max Di Capua on Unsplash

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