Mexico & Papaya: Exotische Früchte gibt es nicht.

Dies wird ein kurzer Blogbeitrag. Denn eigentlich gibt es nicht viel zu sagen. Exotische Früchte gibt es nicht. Oder doch? Nein. Denn, was ist schon wirklich exotisch?

Ich sitze also in Mexiko, blicke auf die Speisekarte, und sehe einen Obstsalat, der ausgeschrieben ist als: Obstsalat mit exotischen Früchten. Er beinhaltet: Papaya, Mango, Ananas. Und ich denke mir … wachsen die nicht alle hier? Die sind doch alle heimisch! Was ist denn daran nun so exotisch?

Alle Früchte sind irgendwo heimisch. Alle Früchte sind es irgendwo nicht. Wozu also der Unterschied?

Bestimmten Früchten diesen Titel aufzudrücken, ist, als würde man ein Weltbild aufdrücken, das definiert, wo sich ein Zentrum für eine bestimmte Sicht der Dinge befindet, der Maßstab aller Dinge, an welchem alles gemessen wird.

Exotisch geht auf das lateinische Wort exoticus zurück, was wiederum “auswärtig”, “fremdländisch” bedeutet.

Und so geschah es, dass selbst die heimische Papaya in Mexiko zur Exotin wurde. Ein (koloniales) Weltbild wurde aufgedrückt, akzeptiert, und wiederholt. Fest verankert in der Alltagskultur. So sehr, dass es zu kritisieren als “komisch” wahrgenommen wird.

Das nächste Mal, wenn wir exotisch lesen, dann lesen wir noch einmal genau. Es würde mich freuen, wenn Früchte einfach nur das wären, was sie sind: Früchte.

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